PV Magazine – 25 Jahre EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat in den letzten 25 Jahren maßgeblich zur Transformation des deutschen Energiemarktes beigetragen. Was heute fehlt, ist eine konsequente Weiterentwicklung der ursprünglichen Idee.

Zeit für den nächsten Systemimpuls

Am 1. April 2000 trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft und markierte den Beginn einer erfolgreichen Transformation des Energiemarktes in Deutschland. Für Saxovent war das EEG von entscheidender Bedeutung: Es ermöglichte uns, als private Akteure im Markt zu agieren und zu wachsen.

Heute, 25 Jahre später, hat das EEG seinen Job erfüllt – der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch liegt bei fast 60%. Dennoch steht das EEG an einem Wendepunkt. Die erfolgreiche Entwicklung erfordert jetzt einen neuen systemischen Impuls – keine Rückkehr zur Subventionslogik, sondern eine Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen.

Das EEG ermöglichte den Wettbewerb und brach das Monopol großer Versorger auf. Doch der Weg war steinig – von langwierigen Genehmigungsverfahren bis zu schleppendem Netzausbau. Heute stehen wir vor neuen Herausforderungen wie überbürokratisierten Prozessen und ineffizienter Speicherintegration.

Was jetzt fehlt, ist eine konsequente Weiterentwicklung: Das EEG sollte Märkte eröffnen und nicht subventionieren. Wir müssen Erzeugung, Speicherung und Verbrauch besser verzahnen – technologisch, regulatorisch und wirtschaftlich.

Die Lösung liegt in einem EEG 2.0: ein ganzheitlicherer Ansatz für das Energiesystem, der die Digitalisierung von Genehmigungsprozessen, einen integrativen regulatorischen Rahmen und ein nachhaltiges Strommarktdesign umfasst. Nur so kann die Energiewende in ihrer vollen Breite erfolgreich umgesetzt werden.

Wir brauchen jetzt den Mut, das Energiesystem als Ganzes zu denken und die bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln, um ein intelligentes, vernetztes und resilientes Energiesystem zu schaffen.

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Das EEG sollte Märkte eröffnen und nicht dauerhaft subventionieren.

Thorsten Freise – Geschäftsführer Saxovent Renewables
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Thorsten Freise im Interview

Netzzugang, Bürokratie und Genehmigungsverfahren bremsen den Ausbau erneuerbarer Energien

Herausforderungen der Energiewende

Berlin (energate) – Das Berliner Beteiligungsunternehmen Saxovent ist 1997 als Windprojektierer gestartet. Inzwischen hat sich das Produktportfolio erweitert und das Unternehmen ist auch als Investor tätig. Im energate-Interview spricht Saxovent-COO Thorsten Freise über die aktuellen Herausforderungen im Erneuerbarengeschäft: Netzanschlüsse, Bürokratie, Genehmigungsprozesse und das PPA-Geschäft.

energate: Herr Freise, Saxovent ist seit 1997 als Windprojektierer aktiv. Heute decken Sie das gesamte Erneuerbarenportfolio ab. Wie hat sich das Geschäft in über 20 Jahren verändert?

Thorsten Freise: Früher war ein Bauantrag für einen Windpark acht
bis zehn Seiten lang. Heute füllt er mehr als 40 Aktenordner. Der Aufwand ist enorm gestiegen. Die Originalfassung des EEGs war anfangs kaum dicker als ein Taschenbuch, inzwischen hat es den Umfang des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Die Genehmigungsprozesse ziehen sich endlos hin und die Digitalisierung der Verfahren kommt bisher nicht wirklich voran.

Früher war ein Bauantrag für einen Windpark acht bis zehn Seiten lang. Heute füllt er mehr als 40 Aktenordner.

Thorsten Freise – Geschäftsführer Saxovent Renewables

energate: Wie ließe sich das beschleunigen?

Thorsten Freise: Der ganze Genehmigungsprozess muss reformiert und digitalisiert werden. Ein aktuelles Thema sind unzählige Anfragen zu unreifen Speicherprojekten. Diese blockieren die Kapazitäten der Netzbetreiber und Behörden. Obwohl nur ein kleiner Teil dieser Projekte genehmigungsreif bzw. -fähig ist, weil etwa die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, werden diese trotzdem vorzeitig eingereicht. Bei manchen Netzbetreibern ist eine Bearbeitung erst in den 2030er-Jahren realistisch – bis dahin sind viele Projekte längst gestorben.

Der ganze Genehmigungsprozess muss reformiert und digitalisiert werden.

Thorsten Freise – Geschäftsführer Saxovent Renewables

energate: Wie reagieren Sie als Unternehmen auf diese Weichenstellungen? Setzen Sie stärker auf marktbasierten Stromverkauf?

Thorsten Freise: Im Bereich unserer PV-Aufdach-Portfolios agieren wir bereits außerhalb des EEG. Die Stromvermarktung erfolgt über Eigenverbrauch durch die Nutzer der Gebäude. Auch unsere Speicherprojekte funktionieren ohne Förderung. Für unser Windportfolio – sowohl den Bestand als auch Genehmigungen – prüfen wir aktuell intensiv PPA-Verträge. Beim Weiterbetrieb von ausgelaufenen Windparks ist dies bereits Standard. Aber der Markt ist angespannt und der Abschluss von langfristigen PPAs schwierig. Des Weiteren versuchen wir, Erzeugungskapazitäten mit Partnern über Kooperationen zu bündeln, um auch größere Industriekunden versorgen zu können. Um den Bedarf von größeren Industriekunden zu decken und diese Kundengruppe sicher mit Grünstrom zu versorgen, werden erhebliche Erzeugungseinheiten und -mengen benötigt. Dennoch bleibt das EEG eine wichtige Rückfalloption.

Um den Bedarf von größeren Industriekunden zu decken und diese Kundengruppe sicher mit Grünstrom zu versorgen, werden erhebliche Erzeugungseinheiten und -mengen benötigt.

Thorsten Freise – Geschäftsführer Saxovent Renewables

energate: Wie sieht die Zukunft für Saxovent aus?

Thorsten Freise: Ich kann mir höhere Ausschreibungswerte wünschen, aber das ist weder realistisch und noch zu erwarten. Stattdessen werden wir uns mit Änderungen in der Netzentgelt- und der -zugangsverordnung auseinandersetzen müssen. Die Integration von Speichern in das Netz und die Projekte wird einen erheblichen Raum einnehmen. Wenn die Projekte in der Zukunft einen Großteil der Netzausbaukosten tragen müssen oder aber die Errichtung von Grünstromspeichern zwingend wird, sind dies sicherlich zusätzliche Herausforderungen. Wir können und werden in Zukunft nicht mehr jeden Bereich in den Erneuerbaren selbst aufbauen, das ist zu zeit- und kostenintensiv. Daher setzen wir verstärkt auf Beteiligungen und Zukäufe, um unsere Wertschöpfungskette zu erweitern. Wir wollen in allen Technologiebereichen und Marktsegmenten diversifiziert wachsen – mit klarer Entscheidung, was wir selbst machen und wo wir Partner ins Spiel bringen.

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Pressemitteilung vom 08. Juli 2025

Saxovent Renewables eröffnet neuen Standort in Hannover

Stärkung der regionalen Präsenz und Ausbau der Aktivitäten im Bereich Photovoltaik

Berlin, 08. Juli 2025Der Erneuerbare-Energien Full-Liner Saxovent Renewables aus Berlin setzt seine Wachstumsstrategie fort und hat einen neuen Standort in Hannover eröffnet. Mit dem Ausbau seiner regionalen Präsenz reagiert Saxovent auf die zunehmende Bedeutung Norddeutschlands für die Projektentwicklung im Photovoltaikbereich – insbesondere bei Aufdach- und Freiflächenanlagen.

  • Neuer Standort stärkt operative Basis im Norden – Fokus auf Projektentwicklung von PV-Anlagen
  • Strategische Ergänzung zu den Standorten Berlin und Oldenburg – zukunftsorientierter Ausbau entlang der Wertschöpfungskette geplant
  • Ansiedlung im traditionsreichen Bahlsen-Gebäude am Lister Platz – moderner Arbeitsplatz für 15 Mitarbeitende

Hannover ist für uns ein zentraler Knotenpunkt innerhalb unserer strategischen Ausrichtung. Die Stadt liegt verkehrsgünstig, bietet Zugang zu wichtigen Projektregionen und ist als wirtschaftliches Zentrum Niedersachsens hervorragend geeignet, um unsere Aktivitäten im PV-Sektor konsequent auszubauen.

Thorsten Freise – Geschäftsführer Saxovent Renewables

Im neuen Büro am Lister Platz, untergebracht im modernisierten Bahlsen-Fabrikgebäude, sollen perspektivisch rund 15 Mitarbeiter:innen aus den Bereichen Projektentwicklung und Planung wirken und ihre Expertise einbringen. Mittelfristig soll der Standort weiter ausgebaut und zu  dem führenden Entwicklungszentrum für Photovoltaik-Projekte innerhalb der Saxovent Renewables aufgebaut werden. Der Standort ergänzt damit gezielt die bestehenden Niederlassungen in Berlin und Oldenburg.

Neben der Projektentwicklung sind in Hannover auch mehrere Tochtergesellschaften der Saxovent-Gruppe vertreten, wodurch Synergien und ein interdisziplinärer Austausch vor Ort ermöglicht werden. Mit dem jüngsten Zukauf des 13,6-MWp-Portfolios der insolventen Fellensiek-Gruppe sowie der Übernahme eines erfahrenen Projektteams baut Saxovent Renewables nicht nur die operative Schlagkraft im PV-Sektor weiter aus – auch personell bildet Hannover eine wichtige Schnittstelle zur erfolgreichen Integration der neuen Kolleg:innen.

Zur Pressemitteilung

Wir suchen weiterhin qualifizierte Mitarbeitende, insbesondere in den Bereichen technische Planung, kaufmännische Projektsteuerung und Entwicklung von PV-Anlagen. Gleichzeitig möchten wir mit lokalen Akteuren kooperieren – etwa mit Energieagenturen, Planungsbüros und Hochschulen – und die Energiewende auch regional partnerschaftlich vorantreiben

Jan Steggewentz – Standortleitung Hannover
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